Kontaminierte Kissen
Wer kennt sie nicht, die klassische Luftmatratze mit dem Stoffbezug in blau-rot? Wie lange gibt’s die eigentlich schon? Ich hab jedenfalls schon als Kind am Baggersee lieber auf so einer gelegen, als auf den Plastikdingern mit den scharfen Kanten. Als ich vor ein paar Wochen nach einem aufblasbaren Kissen für den Norwegenurlaub suchte, machte dann auch die blau-rote Version das Rennen. Nostalgie, denkt ihr vielleicht, und habt womöglich Recht. Zumal es ja inzwischen noch viel weichere Kissen gibt. Trotzdem, gekauft, losgefahren, in Norwegen ausgepackt und…irritiert den kleinen Beipackzettel gelesen. Dort stand tatsächlich, man solle das Kissen bitte keinesfalls mit dem Mund aufblasen (!). Auch mit einer Ballpumpe ginge das nicht, war zu lesen. Fazit des Herstellers: man müsse schon eine extra Luftmatratzenpumpe der gleichen Marke dazu kaufen.
Nun bin ich bekannt dafür, dass ich mich an dergleichen Anweisungen gehorsam halte. Ja, ich lese auch die Beipackzettel von Arzneimitteln immer bevor ich sie einnehme – was mitunter schon dazu geführt hat, dass ich das ärztlich verordnete Medikament am Ende gar nicht genommen habe, weil ich nicht einsehen wollte, dass meine real-existierenden und medikamentös zu bekämpfenden Beschwerden gleichzeitig als mögliche Nebenwirkungen genannt werden. Aber das nur am Rande.
Ich bin schon deswegen vorsichtig bei solchen Herstellerangaben, weil sich ja inzwischen herum gesprochen hat, dass Hersteller aus unerfindlichen Gründen regelmäßig gesundheitsschädliches oder gar toxisches Zeugs in ihre Produkte tun, um irgendeinen hanebüchenen Zweck zu erreichen. Man denke nur an das Brandschutzmittel in Kopfkissen und schon ist man erleichtert, dass man im Falle eines Brandes so gut gebettet ist. Für diese Sicherheit nimmt doch wohl jeder gern das Risiko giftiger Dämpfe in der kurzen Zeitspanne vor dem Brandereignis auf sich.
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