Geht doch...
Was nun folgt ist polemisch, bedient sich ungeeigneter Vereinfachungen und ist überhaupt nicht objektiv. Ich weise rein vorsorglich darauf hin. Falls Sie einen ausgewogenen und gründlich recherchierten Artikel erwarten, dann lesen Sie bitte nicht weiter. Ich möchte Sie nicht enttäuschen. Was ich möchte, ist Mut machen – denn mir ist da etwas aufgefallen, das mir Hoffnung macht.
Es geht um ‚die da oben’. Ja, genau die. Die vielen namens- und gesichtslosen Mächtigen, die man nicht an der Käsetheke bei Rewe trifft und mit denen man noch nie ein Bierchen getrunken hat. Gemeint sind alle Menschen, die nach der eigenen subjektiven Empfindung mehr Macht, mehr Geld oder mehr Erfolg im Leben gehabt haben, als man selbst. Alle, auf die wir ‚hier unten’ gern mit dem Finger zeigen und Veränderungen einfordern: Politiker, Wirtschaftsbosse, Entscheider auf allen Ebenen der Gesellschaft.
Mir ist aufgefallen, dass diese Menschen tatsächlich sehr mächtig sind. Ich denke dabei an 1991, als Saddam Hussein in Kuwait einmarschierte und ‚die da oben’ sich äußerst flexibel und spontan zeigten. Innerhalb weniger Monate reagierten sie mit den Militäroperationen ‚Desert Shield’ und ‚Desert Storm’ um Kuwait – und damit die hochgeschätzten Ölvorkommen dort – zu befreien.
Ich denke außerdem an die aktuelle Finanzkrise. Auch hier haben die Mächtigen schnell reagiert, tagten stundenlang am Wochenende und nächtens (zusätzlich zu ihrer sonstigen Arbeit) und haben in kürzester Zeit ein Notpaket geschnürt, um Schlimmeres zu verhindern.
Kann man beides nicht vergleichen, ich weiß. Aber im Angesicht solcher Reaktions- und Entscheidungsfähigkeit der Mächtigen bin geneigt, mich Claudia Langner anzuschließen (http://www.utopia.de/wissen/bildungsluecken/claudia-langer-wir-brauchen-einen-green-new-deal). Die beiden Beispiele zeigen doch deutlich, zu was die Mächtigen dieser Welt fähig sind. Sie haben es für Öl getan und für Geld. Dann geht es doch sicher auch für Menschen und die Umwelt. Wenn man sich mit der gleichen Entschlusskraft an die aktuellen ökologischen Herausforderungen setzen würde, der Klimawandel wäre ein Kinderspiel. Also mir macht das Mut, Ihnen nicht?
Labels: Klimawandel, Macht, Politik, Umwelt, Wirtschaft

3 Comments:
> Also mir macht das Mut, Ihnen nicht?
Mir auch - in dem Sinne, daß wir uns als die eigentlich "Mächtigen" begreifen und unsere Macht nicht denen überlassen, die sie dann für Öl, Geld u.s.w. mißbrauchen ;-)
Herzliche Grüße
Ralf
October 29, 2008 10:32 AM
Nun ich bin da ein wenig skeptischer. Nicht aber weil ich ein Skeptiker bin. Man darf nicht vergessen, dass die jenigen Mächtigen die in der Finanz- und Wirtschaftskriese so kurzfristig und schnell reagiert haben es hauptsächlich getan haben um ihre (Macht-)Position im bestehenden Ordnungssystem zu erhalten.Es drohte ihnen unmittelbar Gefahr! Ziel war es dieses Ordnungsystem bewahren und nicht es zu verändern. Auch in Sachen Klimaschutz geht es vorrangig darum eine bestehendes (schädliches)System zu erhalten!Selbst mit kleinsten Veränderungen rennt man sich die Nase blutig an den Wänden der Interessenvertungen der Industrie und Wirtschft. "Die Politik ist die Unterhaltungsindustrie der Wirtschaft!" An der sehr zynischen Aussage von Frank Zappa ist mehr
Wahrheit als uns lieb sein dürfte.
December 12, 2008 2:00 PM
Da kann ich beiden Kommentaren nur zustimmen. Aber selbst wenn in diesem Fall Machterhalt noch eine Hauptmotivation gewesen sein mag, so zeigt sich dennoch: es kann sehr schnell gehandelt werden, sobald sich die Mächtigen einmal zur Überzeugung durchgerungen haben, es sei notwendig.
Für mich heisst daher die Schlussfolgerung: es sind nicht die gern zitierten, vermeintlichen Sachzwänge, die ein schnelles Eingreifen verhindern, sondern die mangelnde Motivation bzw. Einsicht der Handelnden. Wie sagt der Volksmund so schön:
Wer etwas wirklich will, der findet einen Weg es zu erreichen. Wer etwas nicht will, der findet Gründe es zu vermeiden/verhindern.
January 17, 2009 4:03 PM
Post a Comment
Links to this post:
Create a Link
<< Home