Wiener Appell - Demokratisierung der EU
Im Nachgang zu meinem letzten Artikel hier bin ich auf den Wiener Appell aufmerksam geworden. Ziel der Initiative ist es, die EU-Bürgerschaft zu mobilisieren und möglichst viele Willensbekundungen von EU-Bürgern zu sammeln, um sich damit in Brüssel für eine Demokratisierung der Europäischen Union einsetzen zu können.
Nun ist der Zweck meines Blogs nicht, für politische Initiativen zu werben - zumal ich persönlich die Politik nicht als meine bevorzugte Handlungsebene ansehe. Politisch sitze ich da zwischen einigen Stühlen und halte es noch am ehesten mit Götz Werner, der einmal sinngemäß in Hannover sagte, wir sollten nicht von den Politikern die zukunftsweisenden und nachhaltigen Antworten auf die Herausforderungen unserer Tage erwarten, sondern uns unser eigenes Bild machen und dann unseren Volksvertretern mitteilen, wie wir uns unsere Gesellschaft vorstellen, damit sie es entsprechend umsetzen können.
Ich bin also sehr dafür, die Menschen selbst zu fragen was sie wollen. Auch wenn es um die zukünftige Gestaltung Europas geht. Und deswegen auch hier der Hinweis auf den Wiener Appell - allerdings verknüpft mit der Bitte, wirklich gründlich die Texte zu lesen bevor ihr etwa die Willenserklärung unterschreibt.
Labels: Artikel, Politik, Wiener Appell

4 Comments:
Hallo Simona,
ich verstehe die Initiative "Willenbekundung" gar nicht als eine ausschließlich "politische Initiative"! Vielmehr sehe ich in ihr die Chance, das soziale, kulturelle und Rechts-Leben der Gesellschaft - also der Gesamheit einzelner Individuen - aus dem Würgegriff einer Politik zu befreien, die doch heute fast nur noch von (gruppen)-egoistischen, letzlich wirtschaftlich motivierten Interessen bestimmt wird. Artikel 20 unseres Grundgesetzes - "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen u n d A b s t i m m u n g e n ... ausgeübt" - ist in der politischen Praxis zu Beginn des 21. Jahrhunderts ausgehebelt, was dazu führt, daß nur noch eine eng miteinander verzahnte wirtschaftlich-politische Elite über alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens herrscht. Und das bekommt jeder Einzelne von uns in seinem alltäglichen Leben mehr und mehr zu spüren - seine Handlungsfreiheit einschränkend, ja, sogar seine Existenz in ihren Grundfesten bedrohend.
So gesehen stellt für mich die Initiative "Willensbekundung" eine gesamtgesellschaftliche Not-Wendigkeit dar.
Sonnige Grüße aus dem Schwarzwald
Ralf
June 29, 2008 8:44 AM
Hi Ralf,
danke für Dein Feedback! Ich bin da gar nicht weit von Deiner Sichtweise entfernt, wie mein Gedicht 'Vernunftbegabt' hoffentlich andeutet.
Nur in einem Punkt will ich widersprechen: ich persönlich fühle meine Handlungsfreiheit in diesem Land in keiner Weise eingeschränkt. Im Gegenteil, ich habe im Grunde gerade erst begonnen zu entdecken, wie grenzenlos meine Handlungsfreiheit in Wirklichkeit ist - und ich bin froh darüber.
Sonntägliche Grüße
Simona
June 29, 2008 11:39 AM
Nicht politisch?
Wer sich für saubere Luft, reines Wasser und gesunde Nahrung einsetzt, ist politisch.
Wer sich für freie Schulen einsetzt, ist politisch.
Wer sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen einsetzt, ist politisch.
Wer sich für Direkte Demokratie durch eine dreistufige Volksgesetzgebung (Bürgerinitiative - Volksinitiative - Volksentscheid) einsetzt, ist politisch.
Aber nicht unbedingt parteipolitisch.
Weil er meistens und hoffentlich dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Und nicht parteiischen Interessen.
Schönen Gruß,
Carl Jaegert
www.kunstuni.de
July 3, 2008 2:57 PM
Pardon, natürlich dreistufige Volksgesetzgebung bestehend aus
- Bürgerinitiative
-- Volksbegehren
--- Volksentscheid
Carl Jaegert
www.kunstuni.de
July 4, 2008 9:51 AM
Post a Comment
Links to this post:
Create a Link
<< Home