Lesen, verstehen, behalten
"Was immer Du schreibst - schreibe kurz, und sie werden es lesen; schreibe klar, und sie werden es verstehen; schreibe bildhaft, und sie werden es im Gedächtnis behalten"(Joseph Pulitzer)
Okay, das mit der Kürze gelingt mir nicht immer - aber immer öfter. Und auch hier im Blog möchte ich mich kurz fassen, Erlebnisse aus dem Alltag oder auch Ideen aufgreifen, von ein paar Seiten betrachten und dann liegen lassen. So wie dieses Pulitzer-Zitat.
Das Thema bildhafte Sprache hatten wir schon, unterschreibe ich jederzeit. Aber schon bei der Klarheit läßt sich trefflich diskutieren. Wie klar soll es denn sein? Mit jeder Vereinfachung geht doch dem Text auch ein Stück Information und Eigenart verloren, oder nicht? Und manche komplexen wissenschaftlichen Zusammenhänge lassen sich vermutlich gar nicht auf einige einfache Sätze herunterbrechen, oder doch? Meine These dazu: es kommt immer darauf an, wie tief man in ein Thema eingedrungen ist (knöcheltief, knietief, bis zu den Ohren...) und ob und von wem man überhaupt verstanden werden will.
Deswegen sind dann manche Texte auch mal etwas länger, denke ich. Und das ist ganz gut so.
Labels: Gedankensplitter, Schreiben

4 Comments:
Sehr geehrte Frau Harms!
Das Begreifen von Texten – „übersetzen“ von äußeren Texten in seine innere Welt.
Muss man immer das begreifen, was der Verfasser sagen wollte? Oder ist es wichtig zu sehen, welchen Eindruck dieser Text auf einen selbst hat? Die Mutation von Texten ist so ähnlich wie die Mutation von Erbgut. Wollen wir mal hoffen, dass am Schluss das „Bessere“ überlebt.
Die Mutation kann für einen selbst die Erkenntnis sein, obwohl es nicht das Ziel des Textes war. Das ist dann aber egal, weil wir alle alleine sind und unsere Welt nur mit unseren Augen und Verstand verstehen können.
Ich freue mich darauf mehr von Ihnen zu lesen.
Schönen Sonntag!
ERich
April 26, 2008 8:52 PM
Sehr geehrter Erich,
wie schön, ein erster Kommentar! Und dann auch noch einer zum kurz Innehalten und Nachdenken.
Ich selbst sehe Texte auch als den Versuch einer Übersetzung meiner kleinen Welt in die Welt der Leser. Dabei hoffe ich natürlich immer, dass er bei einigen Lesern eine Resonanz erzeugt. Im günstigsten Fall eine, die auf Verstehen basiert. Dann habe ich handwerklich gut 'übersetzt'.
Aber Sie haben ganz Recht, der Leser liest stets seinen eigenen Text und nimmt nur den Teil mit, der ihm etwas zu sagen hat. Was das ist und ob es mit dem Ziel meines Textes etwas zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt.
Deswegen finde ich Loslassen und Vertrauen so wichtig. Ich vertraue darauf, daß so ein Text seine Leser schon finden wird und jeder Leser die passenden Botschaften zur passenden Zeit. Ob es sich dann um Mutationen handelt ist - wie Sie ja auch sagen - tatsächlich egal.
Aber sind wir wirklich alle allein? Oder enthüllt sich nicht auch gerade in den verworrenen Wegen, auf denen Botschaften ihre Leser finden, der Hauch einer unbewussten grundlegenden Verbundenheit? Und sind es wirklich nur die Augen und der Verstand, mit denen wir die Welt wahrnehmen und begreifen?
Vielen Dank für Ihre Anregungen,
Simona
April 27, 2008 12:02 PM
Hallo Simona!
Lese gerade Ihre/Deine Antwort. Sind die Fragen rhetorisch gemeint oder würden Sie/Du sich über eine Antwort freuen? Und wie soll ich Sie dann anschreiben?
ERich
April 27, 2008 3:01 PM
Hallo ERich,
grundsätzlich freue ich mich auch bei rhetorischen Fragen über eine Antwort. Gern auch hier im Blog, denn dazu ist das Blog ja da. Ich bin zwar noch Blogger-Neuling, aber ich finde es schön, wenn Blogs durch Diskussionen belebt werden und nicht nur als Megaphon eines einzelnen Autors dienen.
Und falls mal etwas aus irgendeinem Grund nicht für das öffentliche Blog geeignet ist, in meinem Profil steht auch meine E-Mail-Adresse (simona@donci.de).
Viele Grüße
Simona
April 28, 2008 11:28 AM
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